Geld leihenDie eigenen Ersparnisse reichen häufig nicht aus, um wichtige Anschaffungen zu tätigen. Der Bau eines eigenen Hauses, der Kauf eines PKWs, die Renovierung der Wohnung und die Anschaffung neuer Möbel erfordern hohe finanzielle Aufwendungen, die mittels Eigenfinanzierung nicht oder nicht zur Gänze bewältigt werden können.

Die einzige Möglichkeit, um diese Vorhaben realisieren zu können, ist daher, sich Geld zu leihen.

Aus rechtlicher Sicht gehen diejenigen Personen, die sich Geld leihen, einen Kreditvertrag mit einem Kreditgeber ein (§ 488 BGB). Der Kreditgeber verpflichtet sich, dem Kreditnehmer in der vereinbarten Summe Geld zu leihen. Im Gegenzug verpflichtet sich der Kreditnehmer, den gewährten Kredit in Form von Raten zurückzuzahlen und Zinsen zu bezahlen.

Dem potentiellen Kreditnehmer stehen verschiedene Alternativen zur Auswahl, um sich Geld zu leihen. Diese Optionen unterscheiden sich hinsichtlich Abwicklung, Konditionen und Status des Kreditgebers.

Von Privat leihen

privat Geld leihenEine Spezialform der Kreditvermittlungen stellen die sogenannten Privatkreditplattformen dar. Im Unterschied zu herkömmlichen Kreditvermittlungsplattformen bringen diese Portale private Kreditnehmer mit privaten Anlegern zusammen. Das heißt, dass es sich bei den Kreditgebern nicht um Banken oder Sparkassen handelt, sondern um Privatpersonen. Privatkreditportale bieten damit potentiellen Kreditnehmern eine Plattform, auf der sie sich von privaten Geldgebern unter Wahrung der beiderseitigen Anonymität Geld leihen können („Social Lending“). Das auf diese Weise abgeschlossene Darlehen heißt Privatkredit. Dieser Privatkredit unterliegt der freien Vereinbarung zwischen privatem Kreditnehmer und privatem Kreditgeber. Damit können auch die Konditionen wie Zinsen, Höhe der Raten und eine allfällige vorzeitige Rückzahlungsmöglichkeit für den Kreditnehmer frei vereinbart werden. Auf eine genaue Prüfung der Kreditwürdigkeit in Form einer SCHUFA-Bonitätsauskunft wird verzichtet.

Die tatsächliche Kreditvergabe ist vielmehr eine Ermessensentscheidung des Kreditgebers. Die Privatkreditplattform selbst hat darauf keinen Einfluss. In Ermangelung strikter Mindestanforderungen erhöhen sich die Chancen für den Kreditnehmer, sich Geld von privat zu leihen, ohne seine finanzielle Situation gänzlich offenlegen zu müssen.

Weitgehend ohne bürokratische Hindernisse ist es möglich, sich Geld zu leihen, wenn man sich mit seinem Anliegen direkt an Personen im Familien- und Freundeskreis wendet. Aufgrund des persönlichen Naheverhältnisses gestalten sich die Kreditkonditionen weitgehend flexibler. Die Zinsen fallen meist eher gering aus oder entfallen zur Gänze. Im beiderseitigen Interesse ist es allerdings trotz gegenseitiger Vertrauensbasis ratsam, einen schriftlichen Kreditvertrag zu unterzeichnen. Nicht alle Privatpersonen sind finanziell in der Lage, ihren Angehörigen oder Freunden Geld zu leihen. Diese Option des klassischen Privatkredits ist daher nicht immer realisierbar.

Von bei Banken oder Sparkassen

Geld leihen SCHUFADie traditionelle Möglichkeit, sich Geld zu leihen, ist die Aufnahme eines Kredites bei Banken und Sparkassen. Der potentielle Kreditnehmer stellt einen Antrag auf Abschluss eines Darlehens, über den das Kreditinstitut entscheidet. Im Vorfeld wird die Kreditwürdigkeit des Kreditinteressenten überprüft. Zu diesem Zweck holt die Bank/Sparkasse eine SCHUFA-Auskunft ein, um die Bonität des Kreditnehmers zu analysieren. Fällt diese Bescheinigung positiv aus, geht die Darlehensvergabe relativ unkompliziert und schnell vonstatten. Bei entsprechend guter Bonität ist es auch möglich, attraktive Kreditkonditionen und niedrigere Zinsen zu vereinbaren.

Ist die Kreditwürdigkeit als eher schlecht einzustufen, knüpft die Bank die Kreditvergabe an zusätzliche Sicherheiten. Zu denken ist an Grundstücksbelehnungen oder die Bürgschaft durch einen Dritten. Viele Kreditinteressenten wenden sich vorrangig an ihre Hausbank, wenn sie Geld leihen wollen. Aus aufwandtechnischer Sicht ist dies die einfachere Lösung, weil die Bank bereits über die nötigen Daten verfügt, die finanzielle Lage kennt und damit der Bankberater individuell beraten kann.

Neben dem Weg in herkömmliche Filialbanken besteht alternativ die Möglichkeit, sich bei Direktbanken im Internet Geld zu leihen. Aus Kostengründen kann sich ein Vergleich der Angebote verschiedener Banken und Sparkassen lohnen, weil die Konditionen mitunter sehr unterschiedlich ausfallen. Mit einem Vergleichsangebot in Händen ist es zudem eher wahrscheinlich, bei der eigenen Bank bessere Kreditbedingungen zu erreichen.

Kreditvermittlungen nutzen

Geld leihen KreditvermittlunDa das Suchen nach einem geeigneten Kreditinstitut und das Einholen von Angeboten verschiedener Banken einen gewissen zeitlichen Aufwand erfordert, nehmen manche Kreditinteressenten die Dienstleistungen von Kreditvermittlungen in Anspruch.

Kreditvermittlungen stehen im Regelfall in Geschäftsbeziehungen zu verschiedenen Banken, weshalb sie dem Kreditnehmer mehrere Angebote anbieten können. Damit fällt es dem Kreditinteressenten leichter, Vergleiche anzustellen. Darlehensvermittlungen beschränken sich auf die Vermittlung des Kredites zwischen Kreditnehmer und Kreditgeber. Es ist daher nicht möglich, sich direkt bei diesen gewerblichen Dienstleistungsbetrieben Geld zu leihen. Aus dieser Zwischenschaltung der Kreditvermittler ergibt sich eine Dreieckskonstellation zwischen Kreditnehmern, Kreditvermittlungen und Kreditgebern. Der Kreditnehmer geht im Falle einer erfolgreichen Kreditvergabe zwei Vertragsbeziehungen ein. Bereits im Vorfeld der Geldleihe unterzeichnet er einen schriftlichen Kreditvermittlungsvertrag (§ 655b BGB) mit dem Kreditvermittler.

Mündet die Vermittlungstätigkeit in den Abschluss eines Kreditvertrages mit dem vermittelten Kreditgeber, zahlt der Kreditnehmer eine Provision an den Kreditvermittler. Die Zahlungsverpflichtung tritt erst ein, nachdem das Darlehen ausbezahlt worden ist. Zusätzlich kann noch ein Aufwandersatz für tatsächlich angefallene Auslagen verrechnet werden. Rechtlich unzulässig ist hingegen die Verrechnung einer Pauschalgebühr. Die zweite Vertragsbeziehung entsteht durch den Abschluss eines Kreditvertrages (§ 488 BGB) zwischen Kreditnehmer und dem vermittelten Kreditinstitut. Darin verpflichtet sich die Bank als Kreditgeber, nicht der Kreditvermittler, dem Kreditnehmer Geld zu leihen.

Bei Inanspruchnahme von Kreditvermittlungen kommt es nicht immer zu einer tatsächlichen Darlehensvergabe. Die Kreditvermittlung kann auch erfolglos bleiben. Der Anspruch auf Vermittlungsgebühr besteht nur bei erfolgreicher Vermittlung. Im Vergleich zur herkömmlichen Kreditvergabe durch Banken fallen daher durch die Vermittlungstätigkeit für den Kreditnehmer zusätzliche Kosten in Form von Provision und Aufwandersatz an. Es kann sein, dass sich die Inanspruchnahme der Kreditvermittlung für den Kreditnehmer aufgrund dieser Zusatzkosten aus finanzieller Sicht nicht rechnet. In diesem Zusammenhang gilt es daher, Kosten und Nutzen abzuwägen.

Die meisten Kreditvermittlungen bieten ihre Leistungen über Internetportale an. Da es eine Vielzahl an derartigen Anbietern gibt, ist besonders auf Seriosität zu achten.