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Geld leihen – so geht's:

Die Kreditkarte – Nachteile, Vorteile und Vorurteile

In Deutschland ist die Kreditkarte nach wie vor ein eher exotisches Zahlungsmittel, das nach Meinung vieler vor allem von Besserverdienenden genutzt wird. Das liegt vielleicht schon am Namen, da statistischen Erhebungen zufolge Deutsche bei der Aufnahme von Krediten und dem Schuldenmachen deutlich zurückhaltender sind als ihre europäischen Nachbarn oder die Amerikaner, für die eine Kreditkarte zum täglichen Leben gehört. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Deutschen zwangsläufig besser wirtschaften, denn hier wird in weit größerem Umfang die EC-Karte eingesetzt und natürlich auch häufig von der Möglichkeit des Dispokredits Gebrauch gemacht. Dabei könnte man mit der Kreditkarte unter Umständen sogar günstiger fahren: Setzt man sie statt der EC-Karte ein, wird der Betrag nicht sofort vom Girokonto abgebucht. Das Zahlungsziel beträgt je nach Anbieter bis zu sechs Wochen, in denen keine Zinsen berechnet werden. Zahlt man in Raten zurück, fallen natürlich Zinsen an, die aber nicht selten unter denen eines teuren Dispokredits liegen. Außerdem bietet die Kreditkarte eben auch ein sofort verfügbares Polster, ohne dass man für jede Anschaffung gleich einen neuen Ratenkredit bei Hausbank oder Händler beantragen muss. Für diese Flexibilität zahlt man aber im Vergleich zum Ratenkredit in der Regel deutlich höhere Zinsen.

Wie teuer ist die Kreditkarte?

Für Kreditkartenzahlungen fallen keine gesonderten Gebühren für den Kunden an (diese trägt der Händler). Nicht zuletzt sind häufig Reiseversicherungen ein Bestandteil von Kreditkartenverträgen, die den Abschluss separater Policen unnötig machen können. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den Anbietern bezüglich der Jahresgebühren. Hier gilt es, Leistungen und Kosten zu vergleichen, um die günstigsten Angebote zu ermitteln. Oft bestehen Vorurteile hinsichtlich der Sicherheit im Zahlungsverkehr oder der vermeintlichen Tatsache, dass nur Menschen mit hohem Einkommen eine Kreditkarte erhalten. Es stimmt natürlich, dass die herkömmlichen Verfügungsrahmen der Kreditkarte als solches vom Einkommen des Antragstellers abhängen. Weniger bekannt ist, dass viele Karten aber auch auf Guthabenbasis genutzt werden können. Bekanntes Beispiel dafür sind die sogenannten Prepaid-Karten, die ähnlich wie beim Handyvertrag einfach mit Geld aufgeladen werden. Meist gibt es sogar Guthabenzinsen, die denen auf dem Sparbuch überlegen sind. Prepaid-Karten werden an so gut wie jeden ausgegeben und ermöglichen so die Teilnahme am Internet-Zahlungsverkehr.

Kreditkarte im Urlaub

Für Urlauber ist die Kartenzahlung besonders interessant. In den USA wird die Kreditkarte so gut wie überall akzeptiert. Außerdem entfällt der stressige Umtausch von Bargeld und viele Kartenanbieter ermöglichen die weltweite Nutzung von Geldautomaten. Durch den Einsatz der Karte bei Buchungen und anderen Käufen kann man zudem Punkte für Bonusprogramme sammeln. Hinzu kommt die Sicherheit, denn eine verlorene oder gestohlene Kreditkarte kann sofort gesperrt und ersetzt werden – Bargeld bleibt meist verschwunden. Natürlich sollten Kreditkarteninhaber grundsätzlich ihre Abrechnungen sorgfältig kontrollieren. Treten Ungereimtheiten auf, kann man innerhalb bestimmter Fristen Widerspruch einlegen. Doch vor Betrug ist auch das Girokonto mit der EC-Karte bekanntlich nicht sicher. Ein Tipp: Informieren Sie den Kreditkartenanbieter vorab über Ihren Auslandsaufenthalt, denn manche Unternehmen sperren Karten vorsorglich, wenn plötzlich ungewöhnliche Buchungen getätigt werden.