Kreditkarten sind heutzutage aus dem Privat- und Geschäftsleben kaum noch wegzudenken. Dabei wurde das praktische Zahlungsmittel noch vor wenigen Dekaden in Europa vielfach verpönt und als Statussymbol der Superreichen angesehen. Dank der rasanten Verbreitung des Internets und des immer populärer werdenden Onlineshoppings wurden Kreditkarten jedoch auch in unseren Breitengraden vermehrt eingesetzt und sind mittlerweile ein fester Bestandteil unseres Alltags. Doch wie funktionieren Kreditkarten, wo können sie eingesetzt werden und welche unterschiedlichen Kreditkartentypen gibt es überhaupt?

Was ist eine Kreditkarte?

Kreditkarten sind Zahlungsmittel, die sowohl im In- und Ausland als auch in zahlreichen Onlineshops zur Bezahlung von Waren und Dienstleistungen eingesetzt werden können. Die Karten haben für gewöhnlich einen bestimmten Rahmen, dessen Höhe von der Bonität des Kunden abhängt. Übliche Kreditkartenlimits belaufen sich hierbei auf 2.000 bis 5.000 Euro, wobei der Rahmen auch flexibel erhöht oder verringert werden kann. Zusätzlich bieten Kreditkarten zahlreiche optionale Leistungen. So können Kreditkarteninhaber vielfach mit ihrer Karte nicht nur Bargeldabhebungen im Ausland tätigen, sondern kommen auch in den Genuss von speziellen Rabatten oder der kostenfreien Nutzung von Lounges an Flughäfen oder Bahnhöfen.

Woher bekommt man eine Kreditkarte?

Kreditkarten werden in Europa meist von Banken und Sparkassen im Rahmen eines Girokontopakets angeboten. Aufgrund der unterschiedlichen Gebühren und Kartentypen kann die Kreditkarte dabei kostenfrei sein oder auch Jahresgebühren von mehr als 100 Euro verursachen. Zusätzliche Kosten entstehen dem Kunden oftmals auch dann, wenn dieser die Karte im Ausland einsetzt oder das Limit der Karte überschreitet. Kreditkarten sind jedoch überaus sichere Zahlungsmittel und können bei Missbrauch oder Verlust einfach und schnell gesperrt werden. Zudem können fehlerhafte Transaktionen reklamiert werden, wodurch eine zusätzliche Sicherheit für den Kunden entsteht.

Wie funktioniert eine Kreditkarte?

Eine echte Kreditkarte ist nichts anderes als ein kurzfristiges und zinsloses Darlehen. Dabei findet bei der Bezahlung einer Ware oder Dienstleistung keine Prüfung statt, ob das Girokonto des Karteninhabers gedeckt ist. Vielmehr sammelt das Kreditkartenunternehmen alle Kreditkartenzahlungen eines Kunden innerhalb einer bestimmten Abrechnungsperiode und stellt dem Kunden die Gesamtsumme am Ende des Zeitraums in Rechnung. Ist die Karte mit einem Verrechnungs- oder Girokonto verbunden, so wird je nach Kartentyp und Vereinbarung entweder der offene Gesamtbetrag oder ein Teilbetrag vom Konto abgebucht und zur Deckung der Karte herangezogen.

Wo und wie können Kreditkarten eingesetzt werden?

Kreditkarten werden besonders häufig beim Onlineshopping und auf Reisen eingesetzt. Bei der Onlinebezahlung von Waren oder Dienstleistungen muss der Kunde dabei lediglich die 16-stellige Kreditkartennummer, das Gültigkeitsdatum und den dreistelligen Sicherheitscode eingeben. Diese Daten werden dann verschlüsselt übertragen, wobei Transaktionen in manchen Fällen zusätzlich über einen Pincode, der dem Karteninhaber per SMS übermittelt wird, abgesichert werden.

Kreditkarten können jedoch auch in Geschäften, Restaurants oder an Tankstellen als Zahlungsmittel genutzt werden. Zudem eignen sich die Karten zur Reservierung und zur Bezahlung von Mietwagen oder Hotels. Wird direkt beim Händler vor Ort bezahlt, so muss die Karte lediglich in ein Terminal gesteckt werden. Nachdem das Terminal die Echtheit und Gültigkeit der Karte bestätigt hat, muss der Karteninhaber die Rechnung entweder unterschreiben oder durch die Eingabe eines Pincodes bestätigen.

Welchen Nutzen hat eine Kreditkarte?

Wurden Kreditkarten noch vor wenigen Jahren überwiegend von gut situierten Kosmopoliten und Geschäftsreisenden eingesetzt, so verfügt heutzutage jeder dritte Bundesbürger über zumindest eine Kreditkarte. Dabei wird die Karte nicht nur im Ausland oder auf Reisen eingesetzt, sondern dient auch dazu, kurzfristige finanzielle Engpässe zu überbrücken. Die Karten eignen sich aber auch als Taggeldkonto, da einige Anbieter überaus hohe Guthabenzinsen offerieren. Zudem beinhalten viele Kreditkarten attraktive Zusatzpakete, Bonusprogramme und Rabattoptionen, die dem Karteninhaber zusätzliche Vorteile bringen.

Welche Arten von Kreditkarten gibt es?

Auch wenn es nur einige wenige Kreditkartengesellschaften gibt, so ist die Vielfalt der gebotenen Kreditkarten am Markt dennoch sehr groß und unübersichtlich. So sind schon längst nicht nur mehr Banken und Sparkassen Herausgeber von Kreditkarten. Auch immer mehr Händler, Unternehmen und Vereine setzen auf eigene Kreditkarten. Die Karten haben dabei nicht nur ein unterschiedliches Branding, sondern auch uneinheitliche Gebühren, Zusatzpakete und Bonusprogramme. Dennoch lassen sich vier Grundtypen von Kreditkarten unterscheiden, die sich für Interessenten, je nach Lebenssituation und Anspruch, mehr oder weniger gut eignen.

Charge Cards

Die Charge Cards sind der Kreditkartentyp, der in Deutschland am häufigsten zum Einsatz kommt. Kunden, die eine Charge Card besitzen, bekommen dabei, abhängig von ihrer Bonität, einen bestimmten Rahmen, über welchen sie innerhalb einer Abrechnungsperiode frei verfügen können. Alle Transaktionen, die innerhalb dieses Zeitraums stattfinden, werden zuerst lediglich gesammelt. Erst am Ende der Abrechnungsperiode wird die Gesamtsumme dann vom zugehörigen Giro- oder Verrechnungskonto abgebucht. Aufgrund des großen finanziellen Spielraums, der dem Kunden mit diesem Kartentyp eingeräumt wird, eignen sich diese Karte vor allem für Kunden mit sehr guter Bonität.

Debitkarten

Debitkarten ähneln klassischen EC-Karten, da sämtliche Transaktionen sofort vom zugehörigen Girokonto abgebucht werden. Die Karten eignen sich für Kunden mit durchschnittlicher Bonität, die zudem über ein Girokonto verfügen. Dabei kann mit Debitkarten in der Regel auch Geld vom Geldautomaten behoben werden, ein Zahlungsaufschub oder eine monatliche Abrechnung sind jedoch nicht möglich.

Prepaid Karten

Im europäischen Raum erfreuen sich sogenannte Prepaid Karten zunehmend größerer Beliebtheit. Dabei funktionieren diese Karten ausschließlich auf Guthabenbasis und können auch nur dann eingesetzt werden, wenn eine ausreichende Deckung vorhanden ist. Die Beträge müssen daher vorab auf die Karte geladen werden, wobei die Aufladung in der Regel mit Gebühren verbunden ist. Prepaid Karten werden jedoch national und international weitgehendst akzeptiert. Ausnahmen bilden hierbei oftmals Hotel- und Mietwagenreservierungen sowie SB-Tankstellen. Aufgrund dieser Einschränkungen eignet sich der Kartentyp besonders gut für Jugendliche und Menschen, die aufgrund von Schufa-Einträgen keine Chance auf eine klassische Kreditkarte haben.

Revolving Cards

Bei der Revolving Card erfolgt die Rückzahlung in monatlichen Raten, wobei die Höhe der Raten vorab vereinbart wird. Zudem gibt es meist eine Mindesttilgung, also einen vorab festgelegten Betrag, der mindestens einbezahlt werden muss. Die Karten haben zudem ebenfalls ein Limit, welches von der Bonität des Kunden abhängt. Anders als bei Charge Cards, kann der offene Betrag jederzeit durch Überweisungen ausgeglichen werden, wodurch dieser Typ etwas mehr Flexibilität bei der Tilgung bietet. Da bei Revolving Cards jedoch meist hohe Zinsen von 10 % oder mehr auf den offenen Betrag fällig werden, stellen diese Karten ein besonders hohes Verschuldungsrisiko dar.

Zusatzleistungen und Gebühren

Inhaber einer Kreditkarte müssen zumeist eine Jahresgebühr bezahlen, wobei Banken und Sparkassen auch kostenfreie Kreditkarten ausgeben. Diese kostenlosen Kreditkarten sind jedoch meist Teil eines Girokontopakets und beinhalten keinerlei Zusatzleistungen. Zudem müssen Kunden in der Regel auch Gebühren für Bargeldbehebungen im Ausland bezahlen und auch eine Zweitkarte ist für gewöhnlich mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Ob ein Zusatzpaket für einen Kunden Sinn macht, muss individuell entschieden werden. Besonders Vielreisende profitieren jedoch von den exklusiven Leistungen. So beinhalten viele Karten eine Reiserücktrittsversicherung, eine Mietwagenversicherung, eine Auslandskrankenversicherung oder eine Verkehrsunfallversicherung. Zudem sind viele Karten auch Teil von Bonusprogrammen, bei denen Punkte oder Meilen gesammelt werden können. Zusätzlich bieten einige Kreditkarten die Möglichkeit, Lounges auf Flughäfen oder Bahnhöfen kostenlos zu besuchen und auch spezielle VIP-Services oder Rabatte bei ausgewählten Kooperationspartnern sind keine Seltenheit.

Fazit

Kreditkarten vereinfachen das Bezahlen im Internet und sind zudem praktische Reisebegleiter, die dem Reisenden ein hohes Maß an Flexibilität und Sicherheit geben. Zudem sind die kleinen Plastikkarten jedoch auch eine wichtige Bargeldreserve, mit welcher kurzfristige Liquiditätsengpässe sicher überwunden werden können. Vor der Anschaffung einer Kreditkarte empfiehlt sich jedoch ein genauer Kreditkartenvergleich, da Anbieter ihre Konditionen nicht immer transparent kommunizieren, wodurch Kunden versteckte Gebühren häufig erst nach Abschluss des Vertrags ausfindig machen.